Psychologische Praxengemeinschaft Offenbach am Main
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Coaching


Coaching (ursprünglich aus dem Sport auf den Managementbereich übertragen) hat vor allem zum Ziel, Führungskräfte dabei zu unterstützen, ihre Aufgaben zu optimieren. Im Gegensatz zur Supervision spielen im Coaching neben sozialen und psychologischen auch organisatorische, betriebswirtschaftliche und Markt-Faktoren eine stärkere Rolle.

Hintergrund

Je höher jemand in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer Einrichtung nach oben steigt, umso dünner wird die Luft, umso einsamer wird er/sie. Mitarbeiter sind vorsichtig und reden nur selten noch offen, Kollegen sind eben auch Konkurrenten und die Ehepartner verstehen die Probleme nicht oder sind genervt von den wiederkehrenden Berufsproblemen. D.h. es ist für den Manager/die Managerin schwierig, einen sowohl kompetenten als auch neutralen Gesprächspartner zu finden.

Dieser psychologisch und betriebs-wirtschaftlich geschulte Ratgeber (bzw. "Sparringspartner") ist der Coach, der sich mit den Problemen der Führungskraft ebenso auskennt, wie mit den Spielregeln der Organisation oder des Unternehmens. Ein guter Coach hat zudem eine psychotherapeutische Kompetenz - einfach um auch massive persönliche Krisen bewältigen zu können. Allerdings ist Coaching keine Psychotherapie, sondern eine Beratung, die den Focus eindeutig auf die berufliche Situation der Führungskraft legt. Coaching ist Hilfestellung zur angemessenen Bewältigung der beruflichen Herausforderungen nicht "psychotherapeutische Runderneuerung" des gesamten Lebens.

Coaching wird schwerpunktmäßig als individuelle Personalentwicklungsmaßnahme von Führungskräften auf allen Hierarchieebenen zur Optimierung ihrer Leitungsaufgaben verstanden. Es richtet sich dabei auf sämtliche Managementfunktionen (Arbeitsorganisation, Führen, Motivieren, Anleiten, Kontrollieren von Mitarbeitern, Marktchancen, Konkurrenzanalyse, etc.). Coaching wird überall in Wirtschaft, Unternehmen, Institutionen und Verwaltung durchgeführt. Es kann wie Supervision in Einzel- und in Gruppenarbeit stattfinden.

Wann ist Coaching sinnvoll:

...wenn Sie sich wünschen

  • aktuelle Krisen und Konflikte im beruflichen Alltag konstruktiv zu lösen
  • strukturelle Änderungen im Unternehmen optimal zu nutzen
  • neue berufliche Aufgaben zu übernehmen
  • neue Führungskonzepte zu implementieren
  • Team-Arbeit vermehrt zu fördern
  • die eigene Karriere zu planen
  • Potenziale der Mitarbeiter besser zu nutzen

Methoden im Coaching

Coaching entlehnt aus vielen therapeutischen Schulen (Gestalttherapie, Psychodrama, Kommunikationstraining, Körper-Psycho-Therapie, Gesprächspsychotherapie, ...) wirksame Methoden und Techniken, ohne selbst Therapie sein zu wollen.

Insbesondere kommen Methoden zur Anwendung,
die den Reflexionsprozess unterstützen, z.B.:

  • Meta-Dialoge führen
  • mit dem "reflecting team" arbeiten
  • Moderationsmaterialien (Metaplan) einsetzen


die die Kommunikationsfähigkeit stärken, z.B.:

  • Feedback geben
  • Feedback bekommen
  • "Kontrollierte Dialoge" führen
  • Aktives Zuhören entwickeln
  • Perspektiven entwickeln und entdecken


die durch ihre erlebnisaktivierende Wirkung den Erkenntnis- und Problemlösungsprozess von Coachee forcieren:

  • Rollenspiele durchführen
  • Organisationsaufstellungen realisieren
  • Skulpturen aufbauen
  • mit kreativen Materialien gestalten


Die Grenzen zwischen Supervision und Coaching sind fließend. Die Vielfalt der Methoden weist auf den integrativen, prozessualen und systemischen Ansatz von Supervision und Coaching hin, wie er von vielen Psychologinnen und Psychologen verfolgt wird.

Ziele und Nutzen von Supervision und Coaching:

  • Ressourcen aktivieren
  • psychosoziale Reibungsverluste minimieren
  • Kooperations- und Konfliktfähigkeit stärken
  • Psychische Entlastung erreichen: Überdruckventile schaffen, Stress besser bewältigen, Burnout vorbeugen
  • Problemlösungen finden
  • Arbeitsprozesse optimieren
  • Handlungskompetenzen erweitern
  • Berufliche Identität entfalten

Rahmenbedingungen und Setting

Coaching findet sowohl in Einzel- als auch in Gruppen- bzw. Teamsitzungen statt. Die Dauer bewegt sich zwischen 45 und 150 Minuten pro Sitzung. Die Sitzungsfrequenz wird von Fall zu Fall definiert. Coaching kann wöchentlich stattfinden, oder auch nur alle paar Monate. Im Einzelfall sind auch halb-, ganz- oder mehrtägige Blockveranstaltungen denkbar. Die Gesamtdauer des Coaching-Prozesses ist abhängig von der Fragestellung. Der gesamte Beratungsprozess unterliegt bei Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen der Schweigepflicht.

Im Allgemeinen strukturiert sich der Coachingprozess in folgenden Schritten:

  • Telefonische Kontaktaufnahme
  • Erstgespräch mit Kontraktabschluss (Zielvereinbarung, Häufigkeit, Dauer, Schweigepflicht, Kostenabsprache)
  • Durchführung der im Kontrakt vereinbarten Sitzungen
  • Evaluationsgespräche (direkt nach Beendigung des Beratungsprozesses sowie in einem längeren zeitlichen Abstand)

Werner Gross