Psychologische Praxengemeinschaft Offenbach am Main
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Supervision


Supervision (von der Wortbedeutung her: Super = über, Vision = blicken, also ein Arbeitsfeld "überblicken") wurde im Sozialbereich Anfang des letzten Jahrhunderts entwickelt. Es handelt sich um einen regelgeleiteten Beratungsprozess für Gruppen und Einzelne, der in einem (durch Schweigepflicht geschützten) Freiraum stattfindet, um systematisch über Arbeit, Tätigkeitsfeld, Beruf und Berufsrolle zu reflektieren.

Ziel ist dabei

  • die Ressourcen der Mitarbeiter zu aktivieren
  • psychosoziale Reibungsverluste zu minimieren
  • ein Überdruckventil zu schaffen
  • angemessene Problemlösungen zu finden
  • und Arbeitsprozesse zu optimieren.


Supervision ist angesiedelt zwischen - einerseits Personalentwicklung, Organisations- und Unternehmensberatung (auf der Seite der Organisation) und - andererseits (auf der Seite des einzelnen Mitarbeiters) Selbsterfahrung, fachlicher Fortbildung und Praxisanleitung. Hierbei sind die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen nicht trennscharf, sondern es können Elemente aus unterschiedlichen Segmenten in die Supervision einfließen.

Es handelt sich um Beratung aus der Meta-Perspektive. Sie findet sowohl im Einzelsetting, wie auch in Gruppen statt. Es wird dabei unterschieden zwischen Fallsupervision und Teamsupervision. Schwerpunkt der Fallsupervision ist die konkrete Arbeit mit Patienten und Klienten (und eventuelle Schwierigkeiten damit), während in der Teamsupervision Beziehungsklärungen zwischen Teammitgliedern, Probleme in der Organisation, Optimierung von Arbeitsabläufen, Umgang mit der Hierarchie, etc. im Vordergrund stehen. Es gibt eine Vielzahl von Methoden , die in der Supervision Anwendung finden können: Gespräche, gruppendynamische Übungen, Arbeit mit Flip-Chart, Metaplan-Technik, Rollenspiele, etc.

Supervision wird derzeit vor allem im Sozialbereich, im Gesundheitssektor, in Verwaltung und Schule durchgeführt.
Im psycho-sozialen oder Gesundheitsbereich bewegt sich diese Form der Beratung im Spannungsdreieck von Person, Institution und Klientel, in dem sich auch die Themen und Inhalte der Supervision bewegen.





Gerade im Gesundheits- und Sozialbereich zeigt sich in den heutigen Stresszeiten die Diskrepanz zwischen Effizienz und Menschlichkeit am stärksten. Die sozialen Berufe leiden mehr als andere Professionen unter dem zunehmenden Effektivitätsdruck, den man gern beschönigend "Arbeitsverdichtung" nennt. Dabei ist der Begriff "hilflose Helfer" nicht nur Gerede, sondern gar nicht selten brennen Ärzte und Psychologinnen, Sozialarbeiter und Arzthelferinnen, Pädagogen und Krankenschwestern schneller aus, als andere Berufsgruppen.

Aus Untersuchungen weiß man, dass das zum einen damit zusammen hängt, dass es vor allem Idealisten sind, die sich euphorisch und voller Hoffnung in ihren Beruf als Helfer stürzen und dann nach kurzer Zeit ausgebrannt wie ein Strohfeuer sind. "Burnout" ist hier also eher das Ergebnis eines Persönlichkeitsmerkmals. Zum anderen gibt es aber auch Variablen aus dem Berufsleben, die das Ausbrennen begünstigen (man nennt das "wear-out"). So sind es in Sozial- und Gesundheitsberufen vor allem die vielen intensiven Sozialkontakte, die die Betreffenden ausbrennen lassen. Dort, wo menschliche Zuwendung zum alltäglichen Geschäft (im schlimmsten Fall zur Ware) wird, ist die Gefahr am größten, dass man - wenn man die Kontakt- und Beziehungsarbeit nicht angemessen reflektiert - daran zu Grunde gehen kann.

Genau aus diesem Grund gehören Supervision und Coaching für Sozial- und Gesundheitsberufe zur unabdingbaren Notwendigkeit, um seinen Beruf effektiv ausüben zu können und ihn als sinnvoll und befriedigend zu erleben.

Wozu Sie Supervision brauchen könnten:

zum Beispiel, um

  • Teamkonflikte zu bewältigen
  • Arbeitszufriedenheit zu gewinnen
  • mit beruflicher Überforderung und Stress besser umzugehen
  • die eigene Berufsrolle kreativ zu gestalten
  • Probleme mit Vorgesetzten zu lösen
  • eigene Potenziale zu entdecken und zu entwickeln.

Rahmenbedingungen

Supervision findet sowohl in Einzel- als auch in Gruppen- bzw. Teamsitzungen statt. Die Dauer bewegt sich zwischen 45 und 150 Minuten pro Sitzung. Die Sitzungsfrequenz wird von Fall zu Fall definiert. Supervision kann wöchentlich stattfinden, oder auch nur alle paar Monate. Im Einzelfall sind auch halb-, ganz- oder mehrtägige Blockveranstaltungen denkbar. Die Gesamtdauer des Supervisionsprozesses ist abhängig von der Fragestellung. Der gesamte Beratungsprozess unterliegt bei Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen der Schweigepflicht.

Im Allgemeinen strukturiert sich der Supervisionsprozess in folgenden Schritten:

  • Telefonische Kontaktaufnahme
  • Erstgespräch mit Kontraktabschluss (Zielvereinbarung, Häufigkeit, Dauer, Schweigepflicht, Kostenabsprache)
  • Durchführung der im Kontrakt vereinbarten Sitzungen
  • Evaluationsgespräche (direkt nach Beendigung des Beratungsprozesses sowie in einem längeren zeitlichen Abstand)



Werner Gross